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Dienstag, 1. Mai 2012

♥ Was so los war in der Mainacht ...♥

... oder wie ich dazu kam, auf meine "alten Tage" noch einen Maibaum zu stellen (zumindest als Handlanger ;-)...)

In der Mainacht seiner Liebsten einen Maibaum zu stellen, hat in unserer Gegend eine lange, lange Tradition und wird auch fleißig praktiziert.
Seit einiger Zeit stellen in Schaltjahren die Mädchen den Jungs einen Maibaum. Da Sarah ja einen Freund hat, kam ich gestern in den Genuss das alles hautnah mitzuerleben...

Ich muss sagen: Es gibt deutliche Unterschiede beim Maibaumstellen, was Jungen und Mädchen betrifft... Jungen sind eher spontan (weiß ich von meinen Söhnen), bei Mädchen wird alles Wochen im voraus geplant und alles muss perfekt sein. So wurde das Herz schon Wochen vorher ausgesägt, angepinselt, nicht für gut genug befunden und nochmal neu gemacht...
Dann wurde geplant, welche Freundinnen helfen. Man kam zu der Überzeugung, dass Mädchen alleine einen großen Baum (und groß musste er auf jeden Fall sein!) vielleicht nicht alleine aufstellen können, ganz zu schweigen vom Transport. Immerhin sind es sechs Kilometer vom Wald (wo die Bäume geschlagen werden dürfen) bis nach Hause (zur Zwischenlagerung) und nochmal fünf Kilometer bis zum Haus des Liebsten...
Kurzerhand wurde Jonas mit in's Boot geholt, der sich auch dazu bereiterklärte, weil es eine nette Ablenkung vom Abistress ist, und man seiner kleinen Schwester natürlich gerne hilft (Ehrensache ;-)!!). Blos unser Auto fahren wollte er nicht, denn einen langen Baum zu transportieren und womöglich für irgendwelche Schäden verantwortlich zu sein, das musste nicht unbedingt sein.
Da der Papa, aufgrund einer Meniskus-Operation vor drei Tagen, als Fahrer ausfiel und der andere Bruder unterwegs war, kam ich in den Genuss, als Fahrer zu fungieren ...

Als es dann am späten Nachmittag so weit war (es gab nur ein Zeitfenster von zwei Stunden, in denen man den Baum legal schlagen und bezahlen konnte), ging es, bewaffnet mit Sägen (und Zollstock!) in den Wald...

Da der schmale Waldweg voller Autos stand, mussten wir ca. 500 Meter weit weg parken. Es wimmelte nur so vor Mädchen. Wenn mir das vorher jemand erzählt hätte, dass sooo viele Mädchen Maibäume stellen, ich hätte es nicht geglaubt! Hier und da sa man auch mal einen Jungen. Meistens waren das wohl Brüder oder irgendwelche Kumpel, die den Mädchen helfen wollten. Nur vereinzelt sah man "Jungentrupps", die sich für die "Schaltjahrregelung" offensichtlich nicht interessierten und trotzdem einen Baum für ihre Freundin schlugen.

Es dauerte ein Weilchen, bis Sarah den "allerschönsten" Baum gefunden hatte . Abgesägt war er dann in knapp fünfzehn Minuten.

Bei dem Getümmel im Wald musste man echt aufpassen, das man nicht von einer umfallenden Birke erschlagen wurde...

Als der Baum dann da lag, wurde der Zollstock ausgepackt (geplant war ein Baum von max. 6 Meter Länge). Wie sich herausstellte, war der Baum zwölf Meter lang ... Erstmal zwei Meter abschneiden (noch kürzer kann man ihn ja später immer noch machen)..., und sich in die Warteschlange einreihen (um zu bezahlen).

Nach einer Stunde hatten wir es endlich geschafft und konnten den Baum zum Auto tragen.
Die Polizei ist zwar in der Mainacht allgegenwärtig, drückt aber beide Augen zu, was den Transport betrifft!
Die Fahrt ging ohne Probleme vonstatten und zu Hause wurde der Baum dann erstmal im Garten zwischengelagert (wo zwischenzeitlich schon ein zweiter Baum von der Freundin meines anderen Sohnes deponiert wurde).

Um 2.00 Uhr in der Nacht ging es dann los... den Baum wieder in's Auto laden und zusammen mit den anderen Helfern die fünf Kilometer zum Liebsten fahren.
Wie ich vermutet hatte, war es unheimlich schwer, einen so großen Baum aufzurichten. Ohne die Hilfe eines Freundes von Jonas wäre es den vier Mädchen und ihm (selbst wenn ich auch noch mit angepackt hätte) nicht möglich gewesen. Man glaubt nicht, wie schwer solch vermeintlich dünne Bäume doch sind!

Letztendlich hat alles gut geklappt, auch wenn Sarah den Baum gerne senkrechter aufgestellt hätte. In Ermangelung von irgendwelchen Befestigungsmöglichkeiten, mussten wir den Baum an die Garage anlehnen. Das es stockdunkel war und wir die Hand vor Augen fast nicht sehen konnten, war auch nicht gerade hilfreich.

(Fotos von heute morgen)

Während wir mit dem Maibaum zugange waren, spielte sich bei uns zu Hause folgendes ab :-) :

Insgesamt elf (!) Jungs hatten binnen kürzester Zeit Sarah's (14 m hohen) Maibaum aufgestellt, den sie vorher, zusammen mit drei weiteren Maibäumen, die sechs Kilometer vom Wald bis zu uns getragen hatten. Anschließend ging es dann weiter zum nächsten Mädchen ...

(heute morgen)

Auch wenn es mir eigentlich um die vielen Birken leid tut, die jedes Jahr dieser Tradition zum Opfer fallen, ich finde es auch schön, wieviel Mühe sich die Jungs und Mädchen machen, und wieviel Spaß sie dabei haben.

Außerdem hat mir der Forstbeamte, bei dem die Bäume bezahlt wurden, erklärt, dass Birken im Wald als "Unkraut" gelten, und das mehr davon wachsen, als für den Wald gut ist.
Na, dann will ich das mal glauben... Spaß gemacht hat es auf jeden Fall! Muskelkater und Schrammen inklusive :-) ....

Und wenn ihr bis zum Ende durchgehalten habt, dann wünsche ich Euch jetzt allen einen schönen 1. Mai!!!

Viele liebe Grüße

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich habe gerade diesen netten Bericht gelesen! Das erinnert mich so daran, dass mein damaliger Freund mir einen Maibaum aufgestellt hat. Ich kannte das gar nicht!

    Mein damaliger Freund ist 300 Km gefahren und nochmals 300 km zurück, um mir einen Maibaum aufzustellen.

    Die Überraschung war wirklich gelungen, als ich am nächsten Tag einen Maibaum sah. Verwundert habe ich ihm am Abend erzählt, dass plötzlich eine Birke mit Krepp beschmückt an meiner Haustür stand.

    Er musste es mir erst erklären, was mit dem Maibaum auf sich hat. :-)

    Es war eine sehr schöne Geste und in dem Sinne wünsche ich dir einen schönen 1. Mai,

    liebe Grüße
    Christiane

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  2. Das ist eine schöne Tradition und ein schöner Bericht darüber. Das kennen wir hier in Norddeutschland nicht so. Hier kommt ein Maibaum auf den Marktplatz und Birken werden für Pfingsten geschlagen.
    Einen schönen Rest Maifeiertag
    lg otti

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  3. Liebe Gaby,
    das ist wirklich ein toller Brauch. Schön, dass die jungen Leute noch so ein Brauchtum pflegen.
    LG
    Bine

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  4. die ganze Arbeit hat sicher einen riesen Spaß gemacht, ich kann Dich gut verstehen ich würde meiner Maus auch mal helfen, vielleicht ist sie ja in 4Jahren mit von der Partie, dann ist sie 16 Jahre, Hilfe.
    Lg
    Tanja

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  5. Oh, wie schön!!
    Ich hatte noch nie einen Maibaum. Aber wenn man in der Stadt wohnt ist das wohl so! Schade!
    Liebe Grüße Anja

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  6. Vielen Dank das Du uns teilhaben lässt. Ich fand es sehr spannend zu lesen, bei uns gibt es diesen Brauch (leider) nicht.
    Liebe Grüße, Michaela

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  7. Ich versuche es noch einmal, nachdem ich die letzten Tage keinen Erfolg hatte beim Kommentieren, blogger hat mich immer wieder raus geworfen :-(((
    Ich finde es auch toll, dass die jungen Leute, diese Tradion pflegen, bei uns sind die Maibäume auch nicht so sehr verbreitet, sondern eher die Mai-Herzen.

    Liebe Grüße

    Karin

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Ich freue mich sehr über Deinen Kommentar. ♥lichen Dank dafür!
Liebe Grüße
Gaby