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Samstag, 21. Mai 2011

Des einen Freud, des anderen Leid...

Es gibt Tage, da kann ich unser Katerchen überhaupt nicht leiden..., mehr noch: ich könnte ihm den Hals umdrehen!!! Heute war zum Beispiel so ein Tag :-(...

Wir haben einen sehr naturnahen Garten, und darum brüten auch jedes Jahr etliche Vögel darin. Dieses Jahr hatten wir zum ersten mal ein Mönchsgrasmückenpäarchen (musste ich auch erst in meinem schlauen Vogelbuch nachgucken) und ich hab' mich riesig gefreut.
Sie haben ihr Nest in einem zwei Meter hohen, dichten und weit überhängenden Strauch gebaut, und ich dachte, da kommt der Kater nicht hin, weil es keine dicken Äste gibt, an denen er Halt findet.

Er hat auch erst gestern gemerkt, dass dort Vögel sind, weil sie seit einigen Tagen fütter(ten)n. Sein erster Versuch gestern, an das Nest zu kommen, ist dann auch kläglich gescheitert und ich habe ihn "zur Strafe" im Haus eingesperrt. Meine Hoffnung, er könne über Nacht "vergessen" haben, wo die "Leckerbissen" warten, erwies sich als trügerisch, denn als er heute morgen raus durfte hat er sich von der Nachbarsseite über eine hohe Bretterwand, an das Nest herangemacht.
Ich habe dann versucht, ihn mit Hilfe eines Wasserschlauches davon abzuhalten, was aber auch nur kurzfristig gelang. Letztendlich hat er das Nest aus dem Strauch "gewippt" und zwei kleine Vögelchen, noch ganz ohne Federn, lagen auf dem Boden.
Erst dachte ich sie wären viel zu klein, als dass man sie aufpäppeln könnte. Sie zu erlösen habe ich aber auch nicht über's Herz gebracht.
Nach zwei Stunden hatte es das eine geschafft, aber das andere lebte heute nachmittag immer noch. Ich war richtig traurig, weil ich nicht wusste, was ich machen sollte. Gott sei Dank fiel mir dann doch noch eine ältere Dame ein, die etwas Erfahrung mit jungen Vögelchen hat. Sie hat mir die Telefonnummer von der Vogelnothilfe gegeben ( von der ich noch nie etwas gehört hatte), die gar nicht weit weg von uns ihren Sitz hat; und tatsächlich durfte ich den kleinen Kerl dort hinbringen.
Was soll ich sagen, so etwas habe ich noch nie gesehen... In mehreren großen Brutkästen standen dutzende kleine Schälchen mit noch kleineren Vögelchen drin (manche nur ein, zwei Tage alt und so groß wie ein Daumennagel) , die alle 20 Minuten gefüttert werden müssen. Ich hätte nie gedacht, dass so viele kleine Vögel gefunden, und vor allen Dingen von netten Menschen aufgehoben und nicht einfach sich selbst überlassen werden. Die kleine Mönchsgrasmücke hat jetzt auf jeden Fall eine gute Chance (die beste unter den gegebenen Umständen) doch noch erwachsen zu werden! Und ich bin soooo froh darüber.

"Nette Nachbarn" ließen Sätze los wie "das ist eben die Natur", und "was sind schon ein paar Vögelchen im Vergleich zum Weltgeschehen". Als ob ich das nicht wüsste..., aber wenn solche Sachen in meinem Garten passieren, und wenn dann auch noch mein Kater dafür verantwortlich ist, dann darf ich ja wohl ein Gefühl des Bedauerns verspüren, und auch wenigstens versuchen, die kleinen Kerlchen zu retten, oder!?!

Etwas glücklicher waren da die Blaumeisen und die Kohlmeisen, die wir dieses Jahr in unseren (katzensicheren!!) Nistkästen hatten,




wobei die Blaumeisenbrut auch nicht ganz ohne Verluste auskam. Gestern sind die Jungen ausgeflogen, und als ich ein paar Stunden später mal einen Blick in den Nistkasten geworfen habe, lagen dort zwei tote Jungvögelchen und sogar noch ein Ei drin.
Nur bei den Kohlmeisen ist offensichtlich alles glatt gelaufen, denn der Nistkasten war komplett leer...

So schön wie es ist, die Natur hautnah miterleben zu können,... manchmal macht es mich auch ein wenig traurig.
Zu wissen, dass jemand vogelkundiges ganz in der Nähe wohnt, der mit viel Herzblut versucht die kleinen Kerlchen hochzupäppeln, lässt mich das Ganze wieder in einem etwas rosigerem Licht sehen.

Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende!

Liebe Grüße

Kommentare:

  1. Hallo,
    oh, das ist lieb von Dir, das Du wenigstens das eine hast retten können!

    Schau mal bei mir auf dem Blog vorbei, für "meine" Eier kam jede Hilfe zu spät, ... :(

    LG,
    Pupe

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  2. Ach das ist wirklich bedauerlich. Aber ich kenne das Gefühl sich verantwortlich zu fühlen. Ich hatte diese Woche doch auch einen schwer verletzten Igel gefunden, den ich zum Tierarzt gebracht habe. Soll ich ihn den qualvoll verrecken lassen? Never ever. Andererseits habe auch nicht die Möglichkeit dem Tier ein schnelles und sauberes Ende zu bereiten. Also muß ich mir Hilfe holen, wenn ich nicht selber helfen kann.
    Ich bin froh, daß es so eine Vogelhilfe gibt. Das hätte ich nicht gedacht.

    Lg von Jule

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  3. liebe Gaby,
    ich kann dich soooo gut verstehen, das gleiche habe ich letztes Jahr mit unserem Kater und den Kleiberkindern erlebt, sie wollten fliegen üben und der olle Benji hat das spitz bekommen - hat in der Hecke ein richtiges Massaker angerichtet, oh wie ich ihn dafür gehasst habe, er war wie von sinnen und durch nichts aus der Thujahecke herauszuholen... ich mag das gar nicht sagen aber ich war so wütend.
    Dann hat er noch ein letztes aufgescheucht, das ich retten konnte, ich habs in den alten Vogelkäfig von mir gesetzt, und darin hat es auch nur Panik bekommen... als ich es wieder freileiß, hat der Benji sich das kleine Ding später doch noch geholt..... und dann kommt er rein und frisst sein Whi---kas da könnte ich ihn echt vor die Türe setzen.

    Klar ist es Natur, aber ich liebe auch Vögel, nicht nur Katzen.... was sollen wir nur tun?

    diesjahr haben wir keine Kleiber!:o(
    mitfühlende herzliche Grüße!!cornelia

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  4. Liebe Gaby, deine Geschichte kann ich gut verstehen. Auch wir haben Nistkästen in unserem Garten und trotz der Freude wenn es klappt, finde ich es immer überaus traurig, welche Überreste man jedes Jahr ausräumen muss.
    Dieses Jahr habe ich noch eine ganz andere Story auf Lager. Im April sah ich, dass sich eine Kohlmeise in einem feinen Haar oder einem Nylonfaden verheddert hatte und flatternd so halb aus dem Nistkasten hing. Um keine Panik zu machen, beschloss ich, erst mal ein wenig abzuwarten. Nach einer halben Stunde hatte sich nichts verändert und ich musste eingreifen. Schlussendlich habe ich die Astschere auf den grossen Apfelpflücker montiert und den Faden durchgeschnitten....
    Ich glaube, er hat es überlebt, aber die Geschichte geht mir noch immer nach....
    Liebe Grüsse
    Barbara

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  5. Schön, daß Du einem Vögelchen helfen konntest.
    Und was so die Nachbarn sagen...... Höre nicht hin.

    LG Gela

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  6. Liebe Gaby,
    schön das die Geschichte noch ein gutes Ende gefunden hat.
    Manche Nachbarn....also ich versteh sie nicht.
    Ich wünsch dir einen schönen Sonntag.
    GGGVLG Bina

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Ich freue mich sehr über Deinen Kommentar. ♥lichen Dank dafür!
Liebe Grüße
Gaby